Zur Einführung

Am 19.08. 2006 hat Herr Rentawi der TAZ ein Interview gegeben, das man noch einsehen kann:

http://www.taz.de/pt/2006/08/19/a0156.1/text

 

Die eigentlich "israelfreundliche" Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS)arbeitet mit Herrn Rentawi und der Organisation, die er leitet, im Nahen Osten zusammen. U. a. findet sich auf der homepage der KAS folgender Veranstaltungshinweis:

 http://www.kas.de/proj/home/events/76/1/year-2005/month-12/veranstaltung
_id-17919/index.html


Ich schrieb daraufhin die Konrad-Adenauer-Stiftung an und bat, die Beziehungen zu Herrn Rentawi einer Prüfung zu unterziehen.

Im folgenden Beitrag nun der Schriftwechsel

Schriftwechsel mit der Konrad-Adenauer-Stiftung

 

HINWEIS: zeitliche Reihenfolge der Schreiben von unten nach oben 

 

----- Original Message -----
From R.B.
To: Hardy Ostry
Sent: Thursday, November 30, 2006 9:26 PM
Subject: Re: Ihre Anfrage bezüglich Oraib Rentawi
Sehr geehrter Herr Ostry,
 
Ich bedanke mich  ausdrücklich für Ihr promptes Antwortschreiben und bedauere sehr, dass meine letzte kurze Email auf Sie einen polemischen Eindruck gemacht hat.
 
Was für Sie polemisch klingt, war von mir alllerdings durchaus sachlich gemeint und mein Hinweis, dass im Nahen Osten die Mühlen langsamer mahlen, sollte gar ein Zugeständnis dahingehend sein, dass die Verhältnisse dort ggf. mit westlicher Ungeduld, die alles "möglichst gestern" schon geklärt haben will, nicht unbedingt kompatibel ist.
Auch die Konsequenzen, die m.E. bei gegebenen Sachstand gezogen werden müssten, wenn Dinge erwiesen sind und keine "mildernden Umstände" vorliegen, beschreiben meine Auffassung der Dinge  und waren nicht polemisch gemeint.
Dass die Klärung der Angelegenheit keinen Aufschub duldet, war fernhin nicht "kämpferisch" zu verstehen, und Sie selbst haben mir ja insofern "in der Tat"  Recht gegeben, indem Sie -was ich sehr begrüße und positiv bemerken will- doch recht zeitnah das Gespräch mit Herrn Rentawi geführt haben.
 
Beim besten Willen, kann ich also keine Polemik aus meiner kurzen email herauslesen, denn im Grunde bin ich völlig einig mit Ihnen darin, dass eine solche zu nichts führt, und  hoffe deshalb, dass Sie auch Herrn Rentawi klarmachen konnten, dass Sie seinen Tonfall, wie er ihn lt. TAZ an den Tag gelegt hat   "in dieser Art und Weise und insbesondere im Kontext diese[r] Frage weder für adäquat noch für zielführend halte[n] und absolut zurückweise[n]".
 
Dieses würde ich erwarten bei den "Ungeheuerlichkeiten", die Herr Rentawi lt. TAZ von sich gegeben hat, und ich hoffe, dass Sie die Entschiedenheit meiner Auffassung und die damit verbundene und völlig zu Recht bestehende Empörung  nicht für ein "unangemessenes unverhältnismäßiges Reagieren" halten. Denn es ist wohl eindeutig Herr Rentawi, dessen Tonfall, was er auch immer dazu erklären mag, zu beanstanden und völlig unakzeptabel ist.
 
Nach einem Monat schien es mir für durchaus angemessen, verabredungsgemäß den Sachstand von Ihnen zu erfragen, und weiß nun, dass es zu einem - wie Sie versichern- "interessanten und konstruktiven" Gespräch zwischen Ihnen und Herrn Rentawi kam.
 
Wie ich weiterhin von Ihnen erfahre, hat Herr Rentawi eine für Sie "notwendig hinreichende Erklärung des Sachverhaltes abgegeben". Soweit zum Sachstand. Die wenigen Hinweise, besser "Andeutungen", die Sie mir inhaltlich "dazu gegeben" haben , lassen allerdings einen weiten Spielraum an Interpretation zu und meine eigentlichen Fragen offen.
 
Ich frage mich jetzt: Was machen wohl Herrn Rentawis Aussagen, wie Sie die TAZ veröffentlicht hat und die ihrerseits von radikaler und  knallharter Polemik  (gegen Israel und gegen die USA ) sind, wohl  für Sie "plausibel", wenn man bedenkt, dass - wie Sie es ausgedrückt haben - "Polemiken (...) hier in der Region am allerwenigsten" [helfen]"? 
 
Wirklich verständlich können Ihre Angaben, Herr Ostry,  für mich dazu sicher nicht sein, und so machen Sie mir ja auch den Vorschlag, mich selbst an Herrn Rentawi zu wenden, sollte ich für mich weiteren Klärungsbedarf sehen.
 
Doch
 
1.) ging es mir nicht in erster Linie um Herrn Rentawi, sondern darum , in welchem Licht  die mir nahestehende Konrad-Adenauer-Stiftung durch die Kooperation mit einem Herrn Rentawi  durch das veröffentlichte Interview evtl. stehen könnte, wenn man liest, dass dieser wiederum die Kooperation mit Islamisten für die Option hält, und
 
2.) empfinde ich Ihren an mich gerichteten Vorschlag  nicht  ganz unproblematisch , dass ich mit einem Mann kommunizieren soll, den ich nicht kenne, der aber lt. TAZ "die Kooperation mit Islamisten"(,von denen wir hier in Deutschland - quasie vor meiner Haustüre- ja schließlich auch ca. 1300  gewaltbereite Vertreter haben,) für "die Option" hält. Sie konnten mir ja durch nichts versichern, dass Herr Rentawi von dieser Äußerung abgerückt ist und deshalb bitte ich meinerseits um Ihr Verständnis, dass unter diesen beschriebenen Umständen, eine Kontaktaufnahme zu Herrn Rentawi für mich nicht möglich sein kann.
 
Auch wenn Ihnen das TAZ-Interview - und ich gehe hier wohl recht in der Annahme, dass Herr Rentawi den Inhalt des Interviews nicht bestritten hat- aufgrund der "plausiblen Begründung" von Herrn Rentawi "keine ausreichende Grundlage bietet, [um] weiterreichende Konsequenzen zu ziehen, so bin ich doch froh, Ihnen durch Übermittlung des Interviews immerhin Anregungen gegeben zu haben, auch weiterhin Ihre "Kooperation" mit Herrn Rentawi und seiner Organisation "aufmerksam und proaktiv [zu] begleiten". 
 
Ob dieses Ihr Engagement dabei "notwendig hinreichend"  für eine -ganz allgemein gesprochen- zukunftsfähige und erfolgreiche Positionierung gegen alle Ausformungen des Sympathisierens mit Terrorismus, Islamismus und  Antisemitismus sein kann, ist dabei wohl eine Frage, die uns alle noch längere Zeit im politischen Diskurs beschäftigen wird.
 
Nochmal vielen Dank ich für Ihre Antwort, durch die mir die Position der Konrad-Adenauer-Stiftung deutlicher werden konnte.
 
Mit freundlichen Grüssen nach Amman 
 
R.B.

 

 

 

 

 

----- Original Message -----
From: "Hardy Ostry" <hardy.ostry@kas.org.jo>
To: R.B.
Cc: <Steffen.Erdle@kas.de>
Sent: Thursday, November 30, 2006 2:50 PM

Subject: AW: Ihre Anfrage bezüglich Oraib Rentawi

Sehr geehrter Herr B.

besten Dank für Ihre Nachfrage.

Erlauben Sie mir aber zunächst einmal eine persönliche Bemerkung
bezüglich Ihres Tonfalls, den ich in dieser Art und Weise und
insbesondere im Kontext diese Frage weder für adäquat noch für
zielführend halte und absolut zurückweise. Polemiken helfen uns hier in
der Region am allerwenigsten.

 

Wir haben vor zwei Wochen ein sehr interessantes und konstruktives
Gespräch mit Herrn Rentawi geführt, das der Klärung des Sachverhaltes
diente. Dabei hat Herr Rentawi eine für uns notwendig hinreichende
Erklärung des Sachverhaltes abgegeben, die insbesondere unter
Berücksichtigung der Plausibilität und der bisherigen Zusammenarbeit mit
dem Center derzeit keine ausreichende Grundlage bietet, weiterreichende
Konsequenzen zu ziehen. In jedem Falle werden wir die Kooperation wie
bereits in der Vergangenheit aufmerksam und proaktiv begleiten.

 

Da Sie, wie Sie sagen der CDU und KAS sehr nahe stehen, ist Ihnen ja
unsere Position, die nicht in Frage steht, bekannt. Herr Rentawi ist
aber gerne bereit, auf Ihre Fragen zu antworten, sollten Sie für sich
noch Klärungsbedarf sehen.

Mit besten Grüßen aus Amman


Dr. Hardy Ostry
Regional Representative
Konrad-Adenauer-Stiftung e.V.
Regional Program Near East / Mediterranean
P.O. Box 831025
11183 Amman - Jordan
Phone (962) 6 - 59 29 777
Fax: (962) 6 - 59 33 087

  _____ 

Von: R.B.
Gesendet: Thursday, November 30, 2006 3:12 PM
An: Hardy Ostry
Betreff: Re: Ihre Anfrage bezüglich Oraib Rentawi

 

Sehr geehrter Herr Ostry,

 

auch wenn im Nahen Osten die Mühlen bekanntlich langsamer mahlen,
erlaube ich mir doch nach einem Monat den Sachstand in u. g.
Angelegenheit zu erfragen. Herr Retawi machte laut TAZ dermaßen
unakzeptable Aussagen, dass eine Klärung eigentlich keinerlei Aufschub
duldet, sonderlich dann, wenn man wie er eine Organisation leitet, mit
der die Konrad-Adenauer-Stiftung bislang m.W. gedeihlich
zusammengearbeitet hat.

 

Mit freundlichen Grüssen

R.B.
 


 
----- Original Message -----
From: "Hardy Ostry" <hardy.ostry@kas.org.jo>
To: R.B.
Sent: Thursday, November 02, 2006 8:42 AM

Subject: AW: Ihre Anfrage bezüglich Oraib Rentawi

Sehr geehrter Herr R.B.,

besten Dank für Ihre Rückmeldung.

Gerne können Sie sich zu gegebenen Zeit bei uns wieder melden, um den
Sachstand abzufragen.

Dr. Hardy Ostry
Regionalvertreter


 

----- Original Message -----

From: R.B.
To: Hardy Ostry <mailto:hardy.ostry@kas.org.jo

Sent: Wednesday, November 01, 2006 7:26 PM

Subject: Re: Ihre Anfrage bezüglich Oraib Rentawi





Sehr geehrter Herr Ostry,



für Ihre Antwort möchte ich mich recht herzlich bedanken, auch
für Ihre Bereitschaft, die Angelegenheit mit Herrn Rentawi zu klären.
Ich kann mir allerdings nur bedingt vorstellen, dass die TAZ, deren
Ansichten ich größtenteils politisch nicht teile, hier der Sache nach
Herrn Rentawi falsch wiedergegeben hat. Dass Sie das Interview -so wie
es dann veröffentlicht wurde- für "bedenklich halten, empfinde ich
erstmal als selbstverständlich. Sicher werden Sie aber verständlich
dafür haben, wenn ich am Fortgang der ganzen Angelegenheit weiter großes
Interesse bekunde.



Sollte sich die Position -wie von der TAZ in Umlauf gebracht
bestätigen, würde ich es meinerseits wiederum für bedenklich halten,
wenn Sie lediglich diesbezüglich "Bedenken" äußern oder zu teilen.

In der Tat wäre eine solche Position vielmehr völlig
unakzeptabel und ich müsste erwarten, dass Sie -wie in meinem Schreiben
geäußert- auch eindeutige Konsequenzen aus der ganzen Angelegenheit
ziehen. Doch warten wir erst einmal ab wie sich Herr Rentawi äußert.



In diesem Sinne erlaube ich mir, in einiger Zeit nochmal den
Sachstand zu erfragen, sollte ich bis dahin nichts Weiteres von Ihnen
gehört haben,



und verbleibe





mit freundlichen Grüßen

R.B.





Ihr Antwortschreiben:



----- Original Message -----

From: "Hardy Ostry" < hardy.ostry@kas.org.jo
To: R.B.


Sent: Wednesday, November 01, 2006 4:06 PM

Subject: Ihre Anfrage bezüglich Oraib Rentawi



Sehr geehrter Herr B.
haben Sie herzlichen Dank für Ihre Anfrage vom 15. Oktober 2006
an
unsere Zentrale, auf die ich heute gerne antworten möchte.
Leider ging
diese erst intern einige Wege, bis Sie mir zugestellt wurde.



Wir teilen Ihre Bedenken bezüglich des Interviewauszuges, den
Sie uns
zur Kenntnisnahme zugesandt haben; er ist in der Tat nicht mit
der Linie
der Konrad-Adenauer-Stiftung zu vereinbaren. Wir werden dies zum
Anlaß
nehmen, die Angelegenheit mit Herrn Rentawi zu besprechen.



Bereits jetzt möchte ich Ihnen allerdings sagen, dass mich der
Interviewtext sehr erstaunt, da Herr Rentawi einer der wenigen
ist, die
bis heute den Dialog und die Verständigung als Mittel zum
Frieden in der
Region und mit Israel ansehen. Dafür wurde Rentawi oftmals sehr
angefeindet in der Region, insbesondere als er in sehr
schwierigen
Zeiten daran festhielt, israelische Teilnehmer zu seinen
Veranstaltungen
einzuladen und selber auch Einladungen nach Israel anzunehmen,
und dies
meines Wissens bis heute.



Seien Sie in jedem Falle versichert, dass das Regionalprogramm
wie auch
ich persönlich nicht einen Millimeter von unserer positiven
Haltung
gegenüber dem Staat Israel abweichen, und dies auch unsere
Projektpolitik bestimmt. Daß wir monokausalen Erklärungen nicht
folgen,
dürften Sie sicher bei der Lektüre meiner Berichte über den
Libanon-Krieg festgestellt haben, die sich ebenfalls im Netz
befinden.



In jedem Fall garantiere ich Ihnen, dass wir der Sache nachgehen
werden.



Mit den besten Grüßen aus Amman





Dr. Hardy Ostry

Regional Representative

Konrad-Adenauer-Stiftung e.V.

Regional Program Near East / Mediterranean

Phone: (962) 6 - 59 29 777

Fax: (962) 6 - 59 33 087

e-mail: hardy.ostry@kas.org.jo <mailto:hardy.ostry@kas.org.jo>
< mailto:hardy.ostry@kas.org.jo <mailto:hardy.ostry@kas.org.jo> >



Meine ursprüngliche Mail hier nochmal als Anlage:



An die Konrad-Adenauer-Stiftung
Frau Hellweg



Sehr geehrte Frau Hellweg,



ich bin mir nicht sicher, ob ich diese mail richtig adressiert
habe und bitte darum, dass Sie diese entsprechend weiterleiten, wenn
dies nicht der Fall gewesen sein sollte.



Meine Anfrage betrifft einen inhaltlichen Aspekt Ihrer website:




http://www.kas.de/proj/home/events/76/1/year-2005/month-12/veranstaltung
_id-17919/index.html



Dort sind  u. a das  Al-Quds Center for Political Studies,
Amman, Jordanien und Direktor Oraib Al-Rantawi erwähnt. Von letzterem
wurde am 19. August diesen Jahres ein Interview, auf das ich erst jetzt
gestoßen bin,  in der TAZ abgedruckt, indem er u.a. folgende Ansicht
vertrat:



  "Heute gibt es nur eines, was unsere Existenz, ja selbst
unsere Zukunft bedroht. Und das ist Israel. Deshalb legen wir unsere
Differenzen heute auf Eis. Auch ich habe keinerlei Probleme mehr damit,
Hand in Hand mit den Islamisten auf die Straße zu gehen. Selbst mit
ihnen zu kooperieren. Für mich ist das heute eine Option - nein, es ist
die Option, die wir heute haben. Es ist genug. All dieses Gerede der
arabischen Regime über den Islamismus, der die eigentliche Gefahr sein
soll. Nein, die wirkliche Gefahr ist Israel."
http://www.taz.de/pt/2006/08/19/a0156.1/text



In dem Interview finden sich noch weitere schwerwiegende
Aussagen, die es nicht plausibel machen können, wie die Konrad Adenauer
Stiftung, die ich ansonsten sehr schätze und der ich auch ideell  nahe
stehn, mit einer solchern Person zusammenarbeiten kann, vorausgesetzt
natürlich, dass die TAZ das Interview korrekt wiedergegeben hat.

Dies auch weiter vorausgesetzt frage ich Sie: Wie ist es
möglich, dass eine CDUnahe Stiftung, die auch immer wieder ihre
Freundschaft zu Israel betont und verwirklicht hat und auch darin in der
verantwortungsvollen Tradition Konrad Adenauers steht, sich nicht
eindeutig von einem Mann bzw. dessen Organisation trennt, der durch
seine monokausale Sichtweise des Nahostkonflikts und seine beabsichtigte
Kooperation mit dem Islamismus und damit dem (hauptsächlich gegen Israel
gerichteten) Terrorismus in diesem Sinne einen offenen Antisemitismus
betreibt.



Sollte das Interview tatsächlich die Ansichten von Oraib
Al-Rantawi wiedergeben, dann ist vor ihm und seiner ganzen Organisation
zu warnen, und dann wäre es allerhöchste Zeit, o. g. link aus Ihren
Websites zu entfernen.



Meine Frage lautet: Wie stellen Sie sich zu dem Interview?
Welche Konsequenzen werden Sie als Stiftung ziehen?



Mit freundlichen Grüßen



R.B.


Schritwechsel mit der Konrad-Adenauer-Stiftung

----- Original Message -----
From R.B.
To: Hardy Ostry
Sent: Thursday, November 30, 2006 9:26 PM
Subject: Re: Ihre Anfrage bezüglich Oraib Rentawi
Sehr geehrter Herr Ostry,
 
Ich bedanke mich  ausdrücklich für Ihr promptes Antwortschreiben und bedauere sehr, dass meine letzte kurze Email auf Sie einen polemischen Eindruck gemacht hat.
 
Was für Sie polemisch klingt, war von mir alllerdings durchaus sachlich gemeint und mein Hinweis, dass im Nahen Osten die Mühlen langsamer mahlen, sollte gar ein Zugeständnis dahingehend sein, dass die Verhältnisse dort ggf. mit westlicher Ungeduld, die alles "möglichst gestern" schon geklärt haben will, nicht unbedingt kompatibel ist.
Auch die Konsequenzen, die m.E. bei gegebenen Sachstand gezogen werden müssten, wenn Dinge erwiesen sind und keine "mildernden Umstände" vorliegen, beschreiben meine Auffassung der Dinge  und waren nicht polemisch gemeint.
Dass die Klärung der Angelegenheit keinen Aufschub duldet, war fernhin nicht "kämpferisch" zu verstehen, und Sie selbst haben mir ja insofern "in der Tat"  Recht gegeben, indem Sie -was ich sehr begrüße und positiv bemerken will- doch recht zeitnah das Gespräch mit Herrn Rentawi geführt haben.
 
Beim besten Willen, kann ich also keine Polemik aus meiner kurzen email herauslesen, denn im Grunde bin ich völlig einig mit Ihnen darin, dass eine solche zu nichts führt, und  hoffe deshalb, dass Sie auch Herrn Rentawi klarmachen konnten, dass Sie seinen Tonfall, wie er ihn lt. TAZ an den Tag gelegt hat   "in dieser Art und Weise und insbesondere im Kontext diese[r] Frage weder für adäquat noch für zielführend halte[n] und absolut zurückweise[n]".
 
Dieses würde ich erwarten bei den "Ungeheuerlichkeiten", die Herr Rentawi lt. TAZ von sich gegeben hat, und ich hoffe, dass Sie die Entschiedenheit meiner Auffassung und die damit verbundene und völlig zu Recht bestehende Empörung  nicht für ein "unangemessenes unverhältnismäßiges Reagieren" halten. Denn es ist wohl eindeutig Herr Rentawi, dessen Tonfall, was er auch immer dazu erklären mag, zu beanstanden und völlig unakzeptabel ist.
 
Nach einem Monat schien es mir für durchaus angemessen, verabredungsgemäß den Sachstand von Ihnen zu erfragen, und weiß nun, dass es zu einem - wie Sie versichern- "interessanten und konstruktiven" Gespräch zwischen Ihnen und Herrn Rentawi kam.
 
Wie ich weiterhin von Ihnen erfahre, hat Herr Rentawi eine für Sie "notwendig hinreichende Erklärung des Sachverhaltes abgegeben". Soweit zum Sachstand. Die wenigen Hinweise, besser "Andeutungen", die Sie mir inhaltlich "dazu gegeben" haben , lassen allerdings einen weiten Spielraum an Interpretation zu und meine eigentlichen Fragen offen.
 
Ich frage mich jetzt: Was machen wohl Herrn Rentawis Aussagen, wie Sie die TAZ veröffentlicht hat und die ihrerseits von radikaler und  knallharter Polemik  (gegen Israel und gegen die USA ) sind, wohl  für Sie "plausibel", wenn man bedenkt, dass - wie Sie es ausgedrückt haben - "Polemiken (...) hier in der Region am allerwenigsten" [helfen]"? 
 
Wirklich verständlich können Ihre Angaben, Herr Ostry,  für mich dazu sicher nicht sein, und so machen Sie mir ja auch den Vorschlag, mich selbst an Herrn Rentawi zu wenden, sollte ich für mich weiteren Klärungsbedarf sehen.
 
Doch
 
1.) ging es mir nicht in erster Linie um Herrn Rentawi, sondern darum , in welchem Licht  die mir nahestehende Konrad-Adenauer-Stiftung durch die Kooperation mit einem Herrn Rentawi  durch das veröffentlichte Interview evtl. stehen könnte, wenn man liest, dass dieser wiederum die Kooperation mit Islamisten für die Option hält, und
 
2.) empfinde ich Ihren an mich gerichteten Vorschlag  nicht  ganz unproblematisch , dass ich mit einem Mann kommunizieren soll, den ich nicht kenne, der aber lt. TAZ "die Kooperation mit Islamisten"(,von denen wir hier in Deutschland - quasie vor meiner Haustüre- ja schließlich auch ca. 1300  gewaltbereite Vertreter haben,) für "die Option" hält. Sie konnten mir ja durch nichts versichern, dass Herr Rentawi von dieser Äußerung abgerückt ist und deshalb bitte ich meinerseits um Ihr Verständnis, dass unter diesen beschriebenen Umständen, eine Kontaktaufnahme zu Herrn Rentawi für mich nicht möglich sein kann.
 
Auch wenn Ihnen das TAZ-Interview - und ich gehe hier wohl recht in der Annahme, dass Herr Rentawi den Inhalt des Interviews nicht bestritten hat- aufgrund der "plausiblen Begründung" von Herrn Rentawi "keine ausreichende Grundlage bietet, [um] weiterreichende Konsequenzen zu ziehen, so bin ich doch froh, Ihnen durch Übermittlung des Interviews immerhin Anregungen gegeben zu haben, auch weiterhin Ihre "Kooperation" mit Herrn Rentawi und seiner Organisation "aufmerksam und proaktiv [zu] begleiten". 
 
Ob dieses Ihr Engagement dabei "notwendig hinreichend"  für eine -ganz allgemein gesprochen- zukunftsfähige und erfolgreiche Positionierung gegen alle Ausformungen des Sympathisierens mit Terrorismus, Islamismus und  Antisemitismus sein kann, ist dabei wohl eine Frage, die uns alle noch längere Zeit im politischen Diskurs beschäftigen wird.
 
Nochmal vielen Dank ich für Ihre Antwort, durch die mir die Position der Konrad-Adenauer-Stiftung deutlicher werden konnte.
 
Mit freundlichen Grüssen nach Amman 
 
R.B.

 

 

 

 

 

----- Original Message -----
From: "Hardy Ostry" <hardy.ostry@kas.org.jo>
To: R.B.
Cc: <Steffen.Erdle@kas.de>
Sent: Thursday, November 30, 2006 2:50 PM

Subject: AW: Ihre Anfrage bezüglich Oraib Rentawi

 

Sehr geehrter Herr B.

besten Dank für Ihre Nachfrage.

Erlauben Sie mir aber zunächst einmal eine persönliche Bemerkung
bezüglich Ihres Tonfalls, den ich in dieser Art und Weise und
insbesondere im Kontext diese Frage weder für adäquat noch für
zielführend halte und absolut zurückweise. Polemiken helfen uns hier in
der Region am allerwenigsten.

 

Wir haben vor zwei Wochen ein sehr interessantes und konstruktives
Gespräch mit Herrn Rentawi geführt, das der Klärung des Sachverhaltes
diente. Dabei hat Herr Rentawi eine für uns notwendig hinreichende
Erklärung des Sachverhaltes abgegeben, die insbesondere unter
Berücksichtigung der Plausibilität und der bisherigen Zusammenarbeit mit
dem Center derzeit keine ausreichende Grundlage bietet, weiterreichende
Konsequenzen zu ziehen. In jedem Falle werden wir die Kooperation wie
bereits in der Vergangenheit aufmerksam und proaktiv begleiten.

 

Da Sie, wie Sie sagen der CDU und KAS sehr nahe stehen, ist Ihnen ja
unsere Position, die nicht in Frage steht, bekannt. Herr Rentawi ist
aber gerne bereit, auf Ihre Fragen zu antworten, sollten Sie für sich
noch Klärungsbedarf sehen.

Mit besten Grüßen aus Amman


Dr. Hardy Ostry
Regional Representative
Konrad-Adenauer-Stiftung e.V.
Regional Program Near East / Mediterranean
P.O. Box 831025
11183 Amman - Jordan
Phone (962) 6 - 59 29 777
Fax: (962) 6 - 59 33 087

  _____ 

Von: R.B.
Gesendet: Thursday, November 30, 2006 3:12 PM
An: Hardy Ostry
Betreff: Re: Ihre Anfrage bezüglich Oraib Rentawi

 

Sehr geehrter Herr Ostry,

 

auch wenn im Nahen Osten die Mühlen bekanntlich langsamer mahlen,
erlaube ich mir doch nach einem Monat den Sachstand in u. g.
Angelegenheit zu erfragen. Herr Retawi machte laut TAZ dermaßen
unakzeptable Aussagen, dass eine Klärung eigentlich keinerlei Aufschub
duldet, sonderlich dann, wenn man wie er eine Organisation leitet, mit
der die Konrad-Adenauer-Stiftung bislang m.W. gedeihlich
zusammengearbeitet hat.

 

Mit freundlichen Grüssen

R.B.
 


 
----- Original Message -----
From: "Hardy Ostry" <hardy.ostry@kas.org.jo>
To: R.B.
Sent: Thursday, November 02, 2006 8:42 AM

Subject: AW: Ihre Anfrage bezüglich Oraib Rentawi

 

Sehr geehrter Herr R.B.,

besten Dank für Ihre Rückmeldung.

Gerne können Sie sich zu gegebenen Zeit bei uns wieder melden, um den
Sachstand abzufragen.

Dr. Hardy Ostry
Regionalvertreter


 

----- Original Message -----

From: R.B.
To: Hardy Ostry <mailto:hardy.ostry@kas.org.jo

Sent: Wednesday, November 01, 2006 7:26 PM

Subject: Re: Ihre Anfrage bezüglich Oraib Rentawi





Sehr geehrter Herr Ostry,



für Ihre Antwort möchte ich mich recht herzlich bedanken, auch
für Ihre Bereitschaft, die Angelegenheit mit Herrn Rentawi zu klären.
Ich kann mir allerdings nur bedingt vorstellen, dass die TAZ, deren
Ansichten ich größtenteils politisch nicht teile, hier der Sache nach
Herrn Rentawi falsch wiedergegeben hat. Dass Sie das Interview -so wie
es dann veröffentlicht wurde- für "bedenklich halten, empfinde ich
erstmal als selbstverständlich. Sicher werden Sie aber verständlich
dafür haben, wenn ich am Fortgang der ganzen Angelegenheit weiter großes
Interesse bekunde.



Sollte sich die Position -wie von der TAZ in Umlauf gebracht
bestätigen, würde ich es meinerseits wiederum für bedenklich halten,
wenn Sie lediglich diesbezüglich "Bedenken" äußern oder zu teilen.

In der Tat wäre eine solche Position vielmehr völlig
unakzeptabel und ich müsste erwarten, dass Sie -wie in meinem Schreiben
geäußert- auch eindeutige Konsequenzen aus der ganzen Angelegenheit
ziehen. Doch warten wir erst einmal ab wie sich Herr Rentawi äußert.



In diesem Sinne erlaube ich mir, in einiger Zeit nochmal den
Sachstand zu erfragen, sollte ich bis dahin nichts Weiteres von Ihnen
gehört haben,



und verbleibe





mit freundlichen Grüßen

R.B.





Ihr Antwortschreiben:



----- Original Message -----

From: "Hardy Ostry" < hardy.ostry@kas.org.jo
To: R.B.


Sent: Wednesday, November 01, 2006 4:06 PM

Subject: Ihre Anfrage bezüglich Oraib Rentawi



Sehr geehrter Herr B.
haben Sie herzlichen Dank für Ihre Anfrage vom 15. Oktober 2006
an
unsere Zentrale, auf die ich heute gerne antworten möchte.
Leider ging
diese erst intern einige Wege, bis Sie mir zugestellt wurde.



Wir teilen Ihre Bedenken bezüglich des Interviewauszuges, den
Sie uns
zur Kenntnisnahme zugesandt haben; er ist in der Tat nicht mit
der Linie
der Konrad-Adenauer-Stiftung zu vereinbaren. Wir werden dies zum
Anlaß
nehmen, die Angelegenheit mit Herrn Rentawi zu besprechen.



Bereits jetzt möchte ich Ihnen allerdings sagen, dass mich der
Interviewtext sehr erstaunt, da Herr Rentawi einer der wenigen
ist, die
bis heute den Dialog und die Verständigung als Mittel zum
Frieden in der
Region und mit Israel ansehen. Dafür wurde Rentawi oftmals sehr
angefeindet in der Region, insbesondere als er in sehr
schwierigen
Zeiten daran festhielt, israelische Teilnehmer zu seinen
Veranstaltungen
einzuladen und selber auch Einladungen nach Israel anzunehmen,
und dies
meines Wissens bis heute.



Seien Sie in jedem Falle versichert, dass das Regionalprogramm
wie auch
ich persönlich nicht einen Millimeter von unserer positiven
Haltung
gegenüber dem Staat Israel abweichen, und dies auch unsere
Projektpolitik bestimmt. Daß wir monokausalen Erklärungen nicht
folgen,
dürften Sie sicher bei der Lektüre meiner Berichte über den
Libanon-Krieg festgestellt haben, die sich ebenfalls im Netz
befinden.



In jedem Fall garantiere ich Ihnen, dass wir der Sache nachgehen
werden.



Mit den besten Grüßen aus Amman





Dr. Hardy Ostry

Regional Representative

Konrad-Adenauer-Stiftung e.V.

Regional Program Near East / Mediterranean

Phone: (962) 6 - 59 29 777

Fax: (962) 6 - 59 33 087

e-mail: hardy.ostry@kas.org.jo <mailto:hardy.ostry@kas.org.jo>
< mailto:hardy.ostry@kas.org.jo <mailto:hardy.ostry@kas.org.jo> >



Meine ursprüngliche Mail hier nochmal als Anlage:



An die Konrad-Adenauer-Stiftung
Frau Hellweg



Sehr geehrte Frau Hellweg,



ich bin mir nicht sicher, ob ich diese mail richtig adressiert
habe und bitte darum, dass Sie diese entsprechend weiterleiten, wenn
dies nicht der Fall gewesen sein sollte.



Meine Anfrage betrifft einen inhaltlichen Aspekt Ihrer website:




http://www.kas.de/proj/home/events/76/1/year-2005/month-12/veranstaltung
_id-17919/index.html



Dort sind  u. a das  Al-Quds Center for Political Studies,
Amman, Jordanien und Direktor Oraib Al-Rantawi erwähnt. Von letzterem
wurde am 19. August diesen Jahres ein Interview, auf das ich erst jetzt
gestoßen bin,  in der TAZ abgedruckt, indem er u.a. folgende Ansicht
vertrat:



  "Heute gibt es nur eines, was unsere Existenz, ja selbst
unsere Zukunft bedroht. Und das ist Israel. Deshalb legen wir unsere
Differenzen heute auf Eis. Auch ich habe keinerlei Probleme mehr damit,
Hand in Hand mit den Islamisten auf die Straße zu gehen. Selbst mit
ihnen zu kooperieren. Für mich ist das heute eine Option - nein, es ist
die Option, die wir heute haben. Es ist genug. All dieses Gerede der
arabischen Regime über den Islamismus, der die eigentliche Gefahr sein
soll. Nein, die wirkliche Gefahr ist Israel."
http://www.taz.de/pt/2006/08/19/a0156.1/text



In dem Interview finden sich noch weitere schwerwiegende
Aussagen, die es nicht plausibel machen können, wie die Konrad Adenauer
Stiftung, die ich ansonsten sehr schätze und der ich auch ideell  nahe
stehn, mit einer solchern Person zusammenarbeiten kann, vorausgesetzt
natürlich, dass die TAZ das Interview korrekt wiedergegeben hat.

Dies auch weiter vorausgesetzt frage ich Sie: Wie ist es
möglich, dass eine CDUnahe Stiftung, die auch immer wieder ihre
Freundschaft zu Israel betont und verwirklicht hat und auch darin in der
verantwortungsvollen Tradition Konrad Adenauers steht, sich nicht
eindeutig von einem Mann bzw. dessen Organisation trennt, der durch
seine monokausale Sichtweise des Nahostkonflikts und seine beabsichtigte
Kooperation mit dem Islamismus und damit dem (hauptsächlich gegen Israel
gerichteten) Terrorismus in diesem Sinne einen offenen Antisemitismus
betreibt.



Sollte das Interview tatsächlich die Ansichten von Oraib
Al-Rantawi wiedergeben, dann ist vor ihm und seiner ganzen Organisation
zu warnen, und dann wäre es allerhöchste Zeit, o. g. link aus Ihren
Websites zu entfernen.



Meine Frage lautet: Wie stellen Sie sich zu dem Interview?
Welche Konsequenzen werden Sie als Stiftung ziehen?



Mit freundlichen Grüßen



R.B.